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20.02.2019

Fragen und Antworten zur neuen Sprechstundensituation

Fragen und Antworten zur neuen Akutsprechstunde und Terminsprechstunde ab Mitte März: Es klingt kompliziert mit den zwei Sprechstunden. Wie merke ich mir, in welchen Flur ich …

Fragen und Antworten zur neuen Akutsprechstunde und Terminsprechstunde ab Mitte März:

Es klingt kompliziert mit den zwei Sprechstunden. Wie merke ich mir, in welchen Flur ich gehen muss?
Es ist eigentlich ganz einfach. Mit Termin kommen Sie in die Terminsprechstunde (grün), ohne Termin kommen Sie in die Akutsprechstunde (blau). Die einzige Ausnahme: Falls Sie einen Termin nur zur Blutabnahme haben so findet dieser in der Akutsprechstunde (blau) im großen Labor statt.

Habe ich als Patient es mit zwei separaten Arztpraxen zu tun?
Nein! Wir haben die Praxis am Ebertplatz lediglich organisatorisch in zwei Sprechstunden aufgeteilt. Die Ärzte und das Praxisteam versorgen beide Bereiche. Sie werden also auch weiterhin von den Ihnen vertrauten Personen betreut.

Wie kann ich die Praxis telefonisch kontaktieren?
Unsere Praxis verfügt über eine zentrale Telefonannahme. Wir sind tagsüber durchgängig zu erreichen. Unter der Ihnen bekannten Telefonnummer 0221 760 46 48 können Sie sich für die Akutsprechstunde vormerken lassen, feste Termine in der Terminsprechstunde buchen und andere Fragen mit unserem Team klären.

Kann ich auch außerhalb der angegebenen Zeiten zur Akutsprechstunde kommen?
Wir bitten Sie, die Anmeldezeiten zur Akutsprechstunde zu beachten. Nur so ist ein reibungsloser Sprechstundenablauf möglich. Falls ein Sprechstundenblock bereits komplett ausgebucht ist könnte es sein dass wir Sie bitten, nachmittags oder am nächsten Tag wieder zu kommen. Medizinische Notfälle haben natürlich Vorrang!

Wo muss ich mich anmelden, wenn ich nur einen Termin zur Blutabnahme habe?
Die Termin-Blutabnahmen finden im großen Labor in der Akutpraxis statt (blauer Flur). Bitte melden Sie sich auch dort an der Rezeption an.

Ich habe ein akutes medizinisches Problem, möchte aber nur zu einem bestimmten Arzt gehen.
Melden Sie sich bitte bei der Akutsprechstunde an. Es besteht die Möglichkeit, dass der akut anwesende Arzt die Erstversorgung durchführt und dann für etwaige Rückfragen den Ihnen bekannten Arzt dazu holt. In einzelnen medizinisch begründeten Fällen kann Ihr Dauerarzt für ein kurzes Gespräch zur Verfügung stehen. Bitte haben Sie Verständnis, dass dies aber häufig mit längerer Wartezeit einhergehen wird, weil der betroffene Arzt bereits mit festen Terminen ausgebucht ist.

Ich möchte nur ein Rezept oder eine Überweisung abholen.
Bitte kommen Sie zum Empfang in unserer Terminsprechstunde (grün).

Wo finden Impfungen und spontan erforderliche Blutabnahmen statt?
In der Akut- (blau) oder der Terminsprechstunde (grün), je nachdem, in welcher Sprechstunde Sie vom Arzt gesehen wurden. Unser Personal wird Sie informieren, sprechen Sie uns einfach an.

Wo finden Ultraschall-Untersuchungen, EKG, Lungenfunktionsmessungen und andere Untersuchungen statt?
Falls diese Untersuchungen bei Ihnen erforderlich sind wird Sie unser Personal informieren, in welchem Raum in der Termin- oder Akutsprechstunde Sie sich einfinden sollen.

Bitte zögern Sie nicht, uns bei Fragen anzusprechen! Wir helfen Ihnen gerne auf Ihrem Weg durch unsere Praxis.

Wir freuen uns auch über Ihre Rückmeldungen und Verbesserungsvorschläge!

02.10.2018

HIV-Antikörper-Therapie

Die modernen HIV-Therapien sind nebenwirkungsarm und lebensverlängernd. Für die betroffenen Patienten aber bedeutet dieser Fortschritt bisher, dass sie jeden Tag Tabletten e …

Die modernen HIV-Therapien sind nebenwirkungsarm und lebensverlängernd. Für die betroffenen Patienten aber bedeutet dieser Fortschritt bisher, dass sie jeden Tag Tabletten einnehmen müssen.

Ende September sind nun zwei Studien in den renommierten Fachzeitschriften Nature (zum Artikel) und Nature Medicine (zum Artikel) veröffentlicht worden. In diesen Studien wurde gezeigt, dass sowohl bei therapienaiven als auch bei vorbehandelten Patienten durch mehrmalige Infusion mit zwei breitneutralisierenden Anti-HIV-Antikörpern die Viruslast teilweise über mehrere Wochen gesenkt und unterdrückt werden kann. Nun wird an weiteren Möglichkeiten geforscht, wie diese Antikörper-Therapie-Ansätze noch effektiver und länger wirksam gestaltet werden können.

Insgesamt haben an den beiden Studien 18 Patienten in New York und in Köln teilgenommen, auch Patienten aus der Praxis am Ebertplatz waren beteiligt.

Wir danken unseren Patienten, dass sie einen solch wertvollen Beitrag zur HIV-Forschung leisten.

11.08.2018

Zika-Virus und sexuelle Übertragung

Kürzlich wurden von der amerikanischen Gesundheitsbehörde die Empfehlungen für Reisende in Zika-Endemiegebiete und die erforderlichen Vorsichtsmaßnahmen nach Rückkehr über …

Kürzlich wurden von der amerikanischen Gesundheitsbehörde die Empfehlungen für Reisende in Zika-Endemiegebiete und die erforderlichen Vorsichtsmaßnahmen nach Rückkehr überarbeitet. Insbesondere die mögliche sexuelle Übertragung des Virus stellt hierbei ein Problem dar, denn auch nach Rückkehr kann ein/e infizierter Partner/in das Virus auf den/die Partner/in übertragen. Im Falle einer Schwangerschaft gibt es dabei ein nicht unerhebliches Risiko von Fehlbildungen.

Hier die aktuellen Empfehlungen bezüglich unterschiedlicher Szenarien:

  • der männliche Partner reist in ein Endemiegebiet, das Paar hat Kinderwunsch: das Paar sollte 3 Monate konsequent Kondome benutzen - gerechnet ab Rückreise aus dem Risikogebiet

  • der weibliche Partner reist in ein Endemiegebiet, das Paar hat Kinderwunsch: das Paar sollte 2 Monate konsequent Kondome verwenden - gerechnet ab Rückreise aus dem Risikogebiet

  • beide Partner sind in ein Endemiegebiet gereist und haben Kinderwunsch: das Paar sollte 3 Monate konsequent Kondome benutzen - gerechnet ab Rückreise aus dem Risikogebiet

einer oder beide Partner sind immer wieder möglichen Zika-Infektionen ausgesetzt, also wiederholte Reisen in Endemiegebiete oder Heimat in einem Endemiegebiet: eine individuelle Beratung ist erforderlich

  • der männliche Partner reist in ein Endemiegebiet, die Partnerin ist bereits schwanger: für die Dauer der Schwangerschaft sollten Kondome verwendet werden

Bitte sprechen Sie uns zum Thema an, falls es noch Fragen gibt. Die von Zika-Infektionen betroffenen Länder können sich kurzfristig ändern, die Empfehlungen zur Prophylaxe ebenfalls. Wir bieten Ihnen in der Sprechstunde eine Beratung auf dem aktuellsten Stand.

13.06.2018

Masernerkrankungen in Köln

Masern sind eine virusbedingte Kinderkrankheit. Der typische Verlauf ist folgendermaßen: zunächst treten Erkältungszeichen wie Fieber, trockener Husten, Schnupfen und Bi …

Masern sind eine virusbedingte Kinderkrankheit. Der typische Verlauf ist folgendermaßen: zunächst treten Erkältungszeichen wie Fieber, trockener Husten, Schnupfen und Bindehautentzündung auf. Im Verlauf kommt nach einigen Tagen ein Hautausschlag hinzu, meist fühlen sich die Betroffenen zu diesem Zeitpunkt extrem krank und sind nicht leistungsfähig. Der Ausschlag und die Krankheitssymptome dauern ca. 5 Tage an. Ansteckend sind Betroffene ca. 4 Tage vor Beginn und bis zu 4 Tage nach Verschwinden des Ausschlags.

Gefürchtet sind die Kompikationen wie Hirnhautentzündung, Lungenentzündung oder ein besonders aggressiver Verlauf bei Immungeschwächten. Bei Kindern treten bei einem von 1.000 erkrankten Kindern schwere Komplikationen auf, bei Erwachsenen kommt dies noch häufiger vor. Es handelt sich also um eine relevante Bedrohung.

Verhindert werden Masern durch eine Impfung. Dabei gilt folgende Regel: falls man als Kind sicher an Masern erkrankt war oder bereits zwei Impfungen (eine in der Kindheit, eine als Erwachsener) erhalten hat ist man geschützt. Alle anderen Personen sollten sich als Erwachsene noch einmal impfen lassen!

Wir halten die Impfung jederzeit vorrätig. Diese ist ausgezeichnet verträglich und hervorragend wirksam, die Kosten werden von den Krankenkassen übernommen.

19.02.2018

Fragen und Antworten zur HIV PrEP

Was ist die HIV-PrEP? Eine PrEP ist keine Impfung gegen HIV, die Wirkung ist aber durchaus ähnlich: Schutz vor Infektion. Durch die regelmäßige vorbeugende Einnahme einer HI …

Was ist die HIV-PrEP?

Eine PrEP ist keine Impfung gegen HIV, die Wirkung ist aber durchaus ähnlich: Schutz vor Infektion. Durch die regelmäßige vorbeugende Einnahme einer HIV-Kombipille (Wirkstoffe: Tenofovir und Emtricitabine, ursprüngl. Name Truvada) wird das Risiko einer HIV-Infektion sehr stark gesenkt. Dieser Schutz gilt auch wenn keine Kondome verwendet werden.

Wie funktioniert die PrEP?

Beide Medikamente verhindern, dass eventuell in den Körper eingedrungene Viren sich vermehren können und verhindern damit die Infektion.

Wie gut verträglich sind die eingesetzten Medikamente?

Tenofovir und Emtricitabine werden seit vielen Jahren in der HIV-Therapie von Positiven eingesetzt, es gibt entsprechend ausführliche Langzeiterfahrungen. Meist sind die Tabletten ausgezeichnet verträglich. Über regelmäßige Blutabnahmen wird sichergestellt, dass keine Schädigungen an den Körperorganen auftreten.

Welche Laboruntersuchungen sind erforderlich?

Unmittelbar vor Beginn der PrEP muss das Vorliegen einer HIV-Infektion mittels Labortest ausgeschlossen werden. Das ist ganz wichtig, da Truvada keine ausreichende Wirkung bei bestehender Infektion hat. Wird eine Infektion übersehen, so ist das Risiko einer Resistenzentwicklung hoch. Solche Resistenzen beeinträchtigen langfristig die medizinische Behandelbarkeit von HIV und müssen unbedingt verhindert werden!

Grundsätzlich gibt es zwei Szenarien vor dem Start einer PrEP: ein normaler HIV-Test ist ausreichend, sofern im Zeitraum 6 Wochen vor PrEP-Start keine sexuelle Risikosituation (v.a. ungeschützter Analverkehr) vorlag. Falls eine solche Risikosituation stattgefunden hat muss danach entweder 6 Wochen abgewartet werden oder durch eine Viruslastbestimmung eine frische Infektion ausgeschlossen werden.

Außerdem werden vor PrEP-Start Störungen der Organfunktion und andere sexuell übertragbare Infektionen ausgeschlossen und der Impfstatus bezüglich Hepatitis B bestimmt.

Was ist der Unterschied zwischen täglicher und anlassbezogener Einnahme?

Bei der täglichen Einnahme nimmt man pro Tag eine Tablette ein. Der Schutz liegt damit dauerhaft vor, Sex kann damit auch spontan stattfinden. Sofern längere Zeit keine Risikosituationen zu erwarten sind, kann die PrEP-Einnahme für eine beliebig lange Zeit unterbrochen werden. Bei einer erneuten Risikosituation sollte die PrEP dann mindestens zwei Tage voher wieder gestartet werden.

Bei der anlassbezogenen Einnahme wird die PrEP nur eingenommen, wenn tatsächlich eine Risikosituation vorliegt. Dabei werden zwei Tabletten 2 bis 24 Stunden vor einem Risikokontakt eingenommen, und jeweils eine weitere Tablette 24 Stunden und 48 Stunden nach der ersten Einnahme. Optimal ist es wenn die PrEP 12 -24 Stunden vor einem Risikokontakt gestartet wird, weil dann ausreichend Zeit zum Aufbau des Schutzes im Gewebe besteht.

Setzt sich die Risikosituation fort, kann durch vorübergehende tägliche Einnahme ein längerfristiger Schutz erzielt werden.

In Deutschland ist nur die tägliche Einnahme offiziell zugelassen.

Wie häufig sollen Laborkontrollen stattfinden?

Bei der täglichen Einnahme werden alle drei Monate Kontrollen von Nierenfunktion, Leberfunktion, Blutbild und ein HIV-Test durchgeführt. Meist wird auch eine Syphilis oder andere sexuell übertragbare Infektionen ausgeschlossen.

Bei der anlassbezogenen PrEP hängt die Häufigkeit der Blutabnahmen letztlich von der Häufigkeit der Einnahme ab. Wir empfehlen, dies konkret mit dem behandelnden Arzt abzusprechen. Wichtig ist: ist es zu Risikokontakten ohne PrEP- oder Kondom-Schutz gekommen MUSS wieder eine HIV-Infektion ausgeschlossen werden, bevor die PrEP erneut gestartet wird (siehe Resistenzentwicklung oben im Text).

Was ist mit den Pillen, die man über das Internet bestellen kann?

Generika wie Ricovir oder Tenvir kommen meist aus indischer Produktion. Bei wiederholten Kontrollen der britischen Kollegen wurde bestätigt, dass in diesen Pillen die richtigen Medikamente in der richtigen Dosierung vorlagen. Natürlich kann dies nicht in der Weise garantiert werden, wie das für in Deutschland hergestellte bzw. kontrollierte Medikamente aus der Apotheke gilt. Die Einfuhr von Medikamenten ist in Deutschland rechtlich gesehen verboten, empfindliche Strafen sind möglich. Wir raten ausdrücklich von diesem Bezugsweg ab.

Wie hoch ist der Schutz tatsächlich?

Bei regelmäßiger, gewissenhafter Einnahme ist der Schutz durch die PrEP sehr hoch. Aus Studien kann eine Schutzwirkung von über 95% errechnet werden. Das entspricht dem maximalen Schutz durch Kondome. Bisher gibt es weltweit nur 3-4 Einzelfälle, bei denen trotz PrEP eine HIV-Infektion aufgetreten ist. Meist lag eine Infektion mit einem Virus vor, welches auf Truvada resistent war. Diese Viren sind glücklicherweise selten.

Warum wird im PrEP-Zusammenhang immer noch auf Kondomverwendung bestanden?

Dies liegt vor allem daran, dass in den Studien, die der Zulassung der PrEP zugrunde liegen, eine Kondomverwendung empfohlen wurde. Damit steht diese Empfehlung auch im Zulassungstext für die PrEP. Natürlich ist es möglich und durchaus empfehlenswert, durch PrEP und Kondomverwendung eine noch höhere persönliche Sicherheit vor HIV-Ansteckung in Anspruch zu nehmen.

26.01.2017

Ergebnisse aus Antikörper-Studien

HIV-Impfstoff-Forschung: Patienten aus der „Praxis am Ebertplatz“ tragen zu neuen Forschungsergebnissen zur Wirksamkeit von breit-neutralisierenden Antikörpern zur Behandlung von HIV …

HIV-Impfstoff-Forschung: Patienten aus der „Praxis am Ebertplatz“ tragen zu neuen Forschungsergebnissen zur Wirksamkeit von breit-neutralisierenden Antikörpern zur Behandlung von HIV bei.

Lange Zeit tat sich nicht viel auf dem Gebiet der HIV-Impfstoff-Forschung. Der bisherige Weg einen Impfstoff gegen HIV zu entwickeln war steinig und von Misserfolgen gekennzeichnet. Nun geben neue Forschungsansätze mit breit-neutralisierenden Antikörpern Anlass zur Hoffnung, dass diese eine Möglichkeit sein könnten, dem Ziel einen schützenden Impfstoff gegen HIV zu entwickeln, einen Schritt weit näher gekommen zu sein.

Ein Forscherteam um Prof. Dr. Florian Klein, Uniklinik Köln, hat einen neuen HIV neutralisierenden Antikörper erstmals im Menschen untersucht. Die Studie, die in enger Kooperation mit der Rockefeller University in New York durchgeführt wurde, wurde am 16.01.2017 in dem renommierten Wissenschaftsmagazin Nature Medicine veröffentlicht.

Der breit-neutralisierende anti-HIV Antikörper mit der Bezeichnung „10-1074“ wurde sowohl in gesunden Probanden, als auch in Patienten mit einer HIV-Infektion untersucht. In der Studie konnten die Wissenschaftler zeigen, dass der Antikörper gut vertragen wurde und bei HIV-infizierten Teilnehmern zu einer Absenkung der Viruslast im Blut führte.

Auch Patienten aus unserer Praxis nahmen an dieser Studie teil und unterstützen so diese wichtigen Forschungsaktivitäten.

Die Wissenschaftler planen weitere Studien, die einen Antikörper-vermittelten Therapieansatz in HIV-infizierten Patienten untersuchen sollen. Bereits im Frühjahr ist der Start weiterer Studien geplant an denen wir uns als Praxis am Ebertplatz beteiligen wollen. Bei Fragen stehen wir Ihnen gern zur Verfügung.

12.11.2016

Gonokokken - die Erreger des Trippers

Unter dem Tripper, einer der häufigsten sexuell übertragbaren Erkrankungen, versteht man eine Infektion mit Gonokokken. Diese Bakterien (korrekter Name Neisseria gonorrhoeae) f …

Unter dem Tripper, einer der häufigsten sexuell übertragbaren Erkrankungen, versteht man eine Infektion mit Gonokokken. Diese Bakterien (korrekter Name Neisseria gonorrhoeae) führen ausschließlich zu Erkrankungen beim Menschen. Seit den 90er Jahren steigen die Infektionszahlen in Europa an. Gemeldet werden ca 15.000 Fälle in Deutschland pro Jahr, es ist aber davon auszugehen dass die tatsächlichen Erkrankungszahlen deutlich darüber liegen. Der Tripper ist nicht offiziell meldepflichtig.

Übertragen werden die Gonokokken über enge zwischenmenschliche Kontakte. Die Inkubationszeit beträgt lediglich wenige Tage. Meist tritt dann je nach Infektionsort entweder eine Entzündung der Harnröhre, des Enddarms oder des Gebärmutterhalses auf. Auch im Rachen können Gonokokken zu Infektionen führen. Der Tripper ist eine klassische eiterbildende Infektion, es kommt also meist zum Auftreten einer starken eitrigen Sekretion an den betroffenen Schleimhäuten. Zudem kommt es zu Schmerzen und Wundsein an den infizierten Körperstellen. Die Infektion heilt selten von alleine aus, eine antibiotische Therapie ist fast immer erforderlich.

Als seltene Komplikation kann es bei unbehandelter Infektion zu Absiedlungen der bakteriellen Infektion an Gelenken kommen. Manchmal kommen auch eitrige Hautläsionen vor.

Die konsequente Verwendung von Kondomen verringert die Ansteckungswahrscheinlichkeit. Angesichts der hohen Übertragbarkeit der Bakterien sind Kondome jedoch - entgegen verbreiteter anderer Behauptungen - kein sicherer Schutz vor Gonokokken.

Die Diagnose wird durch einen Abstrich oder eine Urinprobe gesichert. Moderne Tests können auch geringe Mengen der Tripper-Erreger nachweisen. Oft sind die Symptome so typisch dass der Arzt auch ohne direkten Nachweis der Bakterien eine Therapie einleitet.

Die aktuell empfohlene Behandlung besteht aus einer Kombination aus zwei Antibiotika. Der Grund dafür ist eine zunehmende Resistenzentwicklung der verursachenden Bakterien. Durch die Kombinationsbehandlung soll eine besonders starke Therapie erreicht werden um die Bakterien wirksam zu bekämpfen – bei Resistenz gegen das eine Medikament hilft dann zumindest noch das zweite. Eines der Medikamente kann nur als Infusion bzw. Injektion verabreicht werden, ausreichend ist eine Einmalgabe. Als Nebeneffekt wird durch die Gabe des zweiten Antibiotikums häufig auch eine Chlamydien-Infektion mitbehandelt, die aufgrund der identischen Übertragungswege nicht selten als Doppelinfektion mit Gonokokken vorliegt.

In Hawaii sind vor einigen Monaten Tripperbakterien isoliert werden, die sogar gegen diese Therapie teilresistent waren. Es ist zu befürchten dass sich diese resistenten Stämme ausbreiten. Es ist also dringend erforderlich, dass neue antibiotische Wirkstoffe entwickelt werden, um auch künftig effektive Behandlungen durchführen zu können. Wichtig ist zudem auch, dass sich Patienten mit Symptomen rasch behandeln lassen um eine Weiterverbreitung der Bakterien unwahrscheinlich zu machen. Eine Partnermitbehandlung kann sinnvoll bzw. erforderlich sein.

In einigen Fällen liegt eine Besiedlung von Schleimhäuten mit Tripperbakterien vor, ohne dass eine Infektion oder Symptome auftreten. Diese Bakterien können aber bei Sexualkontakten weitergegeben werden. Meldet also ein Sexualpartner eine Trippererkrankung nach einem Kontakt kann dies ein Grund sein, sich selbst auf das Vorliegen einer asymptomatischen Infektion untersuchen zu lassen. Auch wenn man ein reges Sexualleben mit vielen verschiedenen Partnern hat kann es sinnvoll sein, sich regelmäßig auf das Vorliegen von Infektionen oder Besiedlungen untersuchen zu lassen.

04.10.2016

Stolpersteine für Familie Dr. Kaufmann

Stolpersteinverlegung für Dr. Hermann Kaufmann, seine Frau Anne Kaufmann, geb. Meyer und für die Tochter Annemarie Kaufmann am 04. Oktober 2016 um ca. 10.30 Uhr. Vielleicht ist I …

Stolpersteinverlegung für Dr. Hermann Kaufmann, seine Frau Anne Kaufmann, geb. Meyer und für die Tochter Annemarie Kaufmann am 04. Oktober 2016 um ca. 10.30 Uhr.

Vielleicht ist Ihnen schon einmal aufgefallen, dass sich vor dem Eingang des Hauses ein Stolperstein befindet. Wir fragten uns wer war dieser Fritz Kaufmann und unter welchen Umständen hat er in diesem Haus gelebt, in dem wir heute unsere Praxisräume haben?

Unter Mithilfe von Aaron Knappstein, Mitarbeiter des NS-Dokumentationszentrums der Stadt Köln, konnten wir die folgenden Informationen zusammentragen.

Gelegt wurde der Stolperstein für Fritz Kaufmann, der 1920 in Köln geboren wurde. Er ging in das Gymnasium Kreuzgasse, durfte dort aber als Jude nicht mehr das Abitur ablegen. Nebenher war er begeisterter Sportler beim JTV 02 Köln. Mit nur 18 Jahren emigrierte er ohne seine Eltern 1938 in die Niederlande.

Leider half ihm dies nicht, da er nach der Besetzung der Niederlande auch dort den antijüdischen Gesetzen unterworfen war und nach Mauthausen deportiert wurde. Er wurde kurz vor der Befreiung am 08.03.1945 ermordet.

Durch die Beschäftigung mit der Geschichte Fritz Kaufmanns erfuhren wir, dass sein Vater Dr. Hermann Kaufmann Allgemeinmediziner war und seine Praxis auch in diesem Haus hatte. Er war Vertragsarzt verschiedener Kölner Hotels sowie einer Versicherungsgesellschaft in Köln.

Nach Mitte 1939 durften sich Juden nicht mehr „Arzt“ nennen und der Doktortitel wurde ihnen aberkannt. Dr. Hermann Kaufmann wurde von den Nazis als „Krankenbehandler“ zugelassen und er durfte ausschließlich jüdische Kranke behandeln.

Er, seine Frau Anne und die Tochter Annemarie lebten bis 1939 in einer 11-Zimmer-Wohnung hier am Adolf-Hitler-Platz 1 (so hieß der Ebertplatz ab 1933 bis 1945) – in dieser Wohnung befanden sich auch seine Praxisräume.

Unfreiwillig musste die Familie dann auf die Aachener Straße 342 umziehen. Schließlich flüchteten die drei 1941 in letzter Sekunde in die USA.

Mittlerweile erinnert die Stadt Köln durch die Stolpersteine nicht nur an ermordete Opfer der Nationalsozialisten, sondern auch an die Menschen, die aufgrund ihres „Andersseins“ in die Emigration gezwungen wurden.

Daher hat sich unser Praxisteam entschlossen die Stolpersteine für Dr. Hermann Kaufmann, Anne Kaufmann und Annemarie Kaufmann verlegen zu lassen.

03.10.2016

Herpes simplex Infektionen

Mit einiger Wahrscheinlichkeit sind auch Sie, lieber Leser, betroffen: von Infektionen mit Herpesviren. Von den für Menschen relevanten Vertretern wollen wir uns hier mit dem am …

Mit einiger Wahrscheinlichkeit sind auch Sie, lieber Leser, betroffen: von Infektionen mit Herpesviren. Von den für Menschen relevanten Vertretern wollen wir uns hier mit dem am häufigsten vorkommenden beschäftigen: dem Herpes simplex Virus (HSV). Wir unterscheiden den oralen Typ (HSV-1) vom genitalen Typ (HSV-2).

Herpesviren besitzen eine besondere Eigenschaft: bei Erstinfektion mit dem Virus entsteht immer eine Persistenz des Virus, also ein Verbleiben von Viruspartikeln im Körper. Im Fall der Herpesviren verstecken sich diese in bestimmten Nervenzellen. Diese Persistenz führt unterschiedlich häufig zu Reaktivierungen, also Ausbrüchen. Im Falle der HS-Viren treten dann die typischen Fieberbläschen im Bereich der Lippen und/oder der Nase beziehungsweise beim Genitalherpes im Genitalbereich auf. In vielen Fällen bleibt das Virus lebenslang versteckt und verursacht nie Krankheitssymptome. Manche Patienten aber haben sehr häufig Herpes. Dieser Unterschied zwischen verschiedenen Patienten ist wahrscheinlich genetisch bedingt und hat mit einer besseren oder schlechteren Kontrolle der Viren durch das Immunsystem zu tun.

Die Erstinfektion mit HSV führt naturgemäß zu besonders heftigen Symptomen, denn das Immunsystem hat noch keine Abwehrstrategien gegen die Viren entwickeln können. Meist sind Kinder oder Jugendliche betroffen. Die Ansteckung erfolgt über Schleimhautkontakte, dabei reichen schon banale Kontakte für eine Infektion. Theoretisch ist auch eine Übertragung über schlecht gespültes Geschirr möglich.

Besonders ansteckend sind Menschen, die aktuell Herpesbläschen haben. Aber es gibt auch Fälle von Virusausscheidung, ohne dass die Betroffenen selbst Läsionen aufweisen.

Einige Tage nach dem Kontakt kommt es dann zu einem ausgeprägten Befall der betroffenen Haut und Schleimhäute, also hier auch wieder bei HSV-1 im Mundbereich (Herpes labialis) und bei HSV-2 im Genitalbereich (Herpes genitalis). Nach wenigen Tagen heilen die Läsionen ohne Narbenbildung ab. Von Herpesinfektionen sind in Mittel- und Westeuropa circa 60 – 70% der Bevölkerung betroffen. Die Frage, ob nach einer Erstinfektion weitere Herpesattacken auftreten ist wie beschrieben individuell unterschiedlich. Typische Auslöser für Reaktivierungen sind Reize wie Sonnenbestrahlung, Fieber, intensives Küssen, aber auch Zahnbehandlungen oder Stress.

Falls es zum Auftreten von Herpes-Symptomen kommt kann mit einer Salbenbehandlung oder oralen Behandlung mit antiviralen Wirkstoffen die Dauer der Anfälle begrenzt werden. Wenn diese Medikamente sehr früh eingesetzt werden, also schon beim Auftreten von den allerersten Symptomen (häufig Kribbeln, Taubheitsgefühl, leichter Schmerz) kann manchmal sogar ganz verhindert werden, dass sichtbare Läsionen entstehen. Gefährlich ist der Lippenherpes oder der Genitalherpes nicht, allerdings können die offenen Wundstellen eine Eintrittspforte für andere Infektionserkrankungen darstellen.

Die häufig gefährliche und manchmal sogar tödlich verlaufende Gehirnentzündung durch HSV-1 steht in keinem Zusammenhang mit Episoden von Lippenherpes.

Eine Impfung gegen HSV steht in absehbarer Zukunft nicht zur Verfügung.

Was gibt es also zu beachten um sich nicht mit Herpes anzustecken? Wenn man selbst bereits Lippenherpes hatte, muss man sich wenig Sorgen machen. Das eigene Immunsystem hat ja bereits Abwehrstoffe gegen die im Körper persistierenden Viren entwickelt. Eine Zweitinfektion mit einem anderen Virustyp ist sehr selten. Falls man aber zu dem Bevölkerungsanteil gehört, der noch niemals eine Herpesattacke hatte, dann sollte man möglichst Schleimhautkontakte (Küssen, sexueller Kontakt) mit Personen meiden, die aktuell gerade einen Herpesbefall aufweisen.

Falls Sie noch Fragen zum Thema haben wenden Sie sich an unser Ärzteteam.

13.08.2016

Aktualisierte Informationen zu ZIKA-Infektionen

In den Medien wird das Thema bereits seit mehreren Monaten behandelt: ZIKA. Wir haben in einem vorausgegangenen Artikel schon einiges zum Thema für Sie zusammengefasst. Hier der …

In den Medien wird das Thema bereits seit mehreren Monaten behandelt: ZIKA. Wir haben in einem vorausgegangenen Artikel schon einiges zum Thema für Sie zusammengefasst. Hier der aktuelle Wissensstand und Konsequenzen für Reisende und Reiserückkehrer:

Weiterhin kommt es in weiten Teilen Mittel- und Südamerikas, der Karibik und auch in den Inselstaaten des Südpazifiks zu epidemieartigen Ausbrüchen von Zikavirus-Infektionen. Grund dafür ist eine mangelnde Immunität in der dort lebenden Bevölkerung, so dass genügend Krankheitsträger für Übertragungen in Frage kommen. Hier finden Sie von der europäischen Gesundheitsbehörde stetig aktualisierte Karten zum aktuellen Vorkommen von Zika-Infektionen.

Die Zikavirus-Infektion verläuft nicht selten asymptomatisch, meist kommt es jedoch zu milden Symptomen wie bei anderen von Mücken übertragenen Infektionserkrankungen wie zum Beispiel dem Dengue-Fieber: erhöhte Körpertemperatur bis zu Fieber, Hautausschläge, Kopf- und Gliederschmerzen und Gelenkschmerzen. Typischerweise treten die Symptome wenige Tage (3-12 Tage) nach einem Mückenstich auf. Komplikationen oder schwere Fälle sind selten und sind vor allem bei Patienten mit schweren Vorerkrankungen beschrieben.

Gezielte Medikamente zur Behandlung oder eine Impfung stehen aktuell noch nicht zur Verfügung.

Als bewiesen gilt diese Komplikation von Zika: sind schwangere Patientinnen während der ersten drei Monate der Schwangerschaft von einer Erstinfektion betroffen, so können in einzelnen Fällen schwere Geburtsschäden des Ungeborenen resultieren.

Ansteckend ist Zika vor allem während der symptomatischen Phase, also in den ersten Wochen nach der Infektion. Allerdings sind inzwischen mehrere Fälle einer sexuellen Übertragung des Virus auch Monate nach Erstinfektion beschrieben. Das Virus wurde mehrere Monate nach Rückkehr aus Risikogebieten auf sexuellem Wege weitergegeben. Es sind Übertragungen von Mann zu Frau, von Frau zu Mann und auch von Mann zu Mann dokumentiert. Auch in Deutschland kam es zu solchen Transmissionen. Offensichtlich kann das Virus im Hodengewebe und möglicherweise auch in anderen Bereichen des Körpers lange überdauern.

Die konkreten Empfehlungen der Gesundheitsbehörden: schwangere Patientinnen oder Frauen mit aktuellem Kinderwunsch sollten nicht in die Endemiegebiete reisen. Falls der Aufenthalt unaufschiebbar ist, sollte auf besonders konsequenten Mückenschutz geachtet werden (Repellentien, Moskitonetze etc). Ungeschützte sexuelle Kontakte Schwangerer mit Reiserückkehrern aus betroffenen Gebieten sollten für 8 Wochen nach Rückkehr des Reisenden vermieden werden. Falls während der Reise Symptome einer Zika-Virus-Infektion aufgetreten waren, sollten solche Kontakte sogar für 6 Monate vermieden werden.

Ab dem 8. Tag nach Infektion kann die Infektion durch Blutuntersuchungen diagnostiziert werden, mit speziellen Methoden sogar früher. Wir können die entsprechende Diagnostik in unserer Praxis anbieten, falls der klinische Verdacht auf eine durchgemachte Infektion besteht und/oder Gefahr für hier lebende Sexualpartnerinnen bestehen könnte.

Sprechen Sie uns an falls weitere Fragen bestehen. Auf den Seiten des RKI finden Sie zudem weitergehende Informationen.

10.04.2016

Die Lyme-Borreliose

Durch Zecken werden in Deutschland vor allem zwei verschiedene Infektionserreger übertragen: FSME, eine Viruserkrankung welche zu einer Entzündung der Hirnhäute führen kann, und die …

Durch Zecken werden in Deutschland vor allem zwei verschiedene Infektionserreger übertragen: FSME, eine Viruserkrankung welche zu einer Entzündung der Hirnhäute führen kann, und die Borreliose, eine bakterielle Infektion.

Zu FSME hatten wir bereits in der Vergangenheit einen Artikel geschrieben. Sie finden diesen ebenfalls unter Aktuelles. Gegen FSME gibt es eine Impfung, gegen die Borreliose bislang nicht.

Die Borreliose tritt im Gegensatz zur FSME in ganz Deutschland auf. Man geht davon aus, dass circa jede 5. Zecke den Erreger in sich trägt. Jährlich sind schätzungsweise 60.000 Menschen betroffen, etwa 5% der Zeckenstiche führen zu einer Infektion. Je länger die Zecke sich festgesaugt hat, desto Wahrscheinlicher ist die Übertragung. Ein relevantes Übertragungsrisiko besteht erst nach 12 Stunden Saugdauer.

Nur etwa 1 von 100 Infizierten weist Symptome auf. Die meisten Infektionen heilen also symptom- und folgelos aus. Dass ca. 6% der erwachsenen Frauen und 13% der Männer in Deutschland Antikörper gegen Borrelien aufweisen, bestätigt die Häufigkeit asymptomatischer Infektionen.

Im Falle einer symptomatischen Infektion kommt es typischerweise einige Tage bis wenige Wochen nach dem Stich zum Auftreten einer sogenannten Wanderröte, dem sogenannten Erythema chronicum migrans. Dabei entsteht eine kreisförmige Rötung um die Bissstelle, die sich langsam zentrifugal ausbreitet. Es können begleitend unspezifische Symptome wie Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Kopf- und Gliederschmerzen auftreten.

Wird diese Phase der Borreliose nicht mit Antibiotika behandelt, kann nach Monaten das zweite Stadium auftreten. Hier kommt es typischerweise zu einschießenden oder brennenden Nervenschmerzen in den Armen und/oder Beinen sowie zu Beeinträchtigungen der Hirnnervenfunktion. Eine Lähmung der Gesichtsnerven ist nicht selten. Kommt es zu einer Entzündung des Herzmuskels, so können Rhythmusstörungen resultieren.

Erst nach Jahren tritt das dritte Stadium auf. Hier kommt es zu Schädigungen der Haut, der sogenannten Acrodermatitis chronica atrophicans. Die Haut der Innenseite von Armen und Beinen und von Fingern und Zehen wird bläulich und pigmentpapierartig dünn. Außerdem kommen in diesem Stadium Gelenksentzündungen, eine chronische Müdigkeit und Störungen des Nervensystems vor.

Die Diagnose einer Borreliose ist schwierig zu stellen, da wie erwähnt viele Patienten Antikörper aufweisen, ohne eine chronische Infektion zu haben. In diesen Fällen ist davon auszugehen dass die Bakterien durch das körpereigene Immunsystem eliminiert wurden. Viele Patienten berichten, dass Sie von obengenannten Symptomen, allen voran den Gelenkentzündungen und -schmerzen und der chronischen Müdigkeit betroffen sind. Kommen diese Symptome und ein positiver Borrelien-Antikörpernachweis zusammen, wird häufig die Diagnose Borreliose vermutet.

In den seltensten Fällen liegt aber tatsächlich eine behandlungsbedürftige Borreliose vor. Mehrere klinische Studien mit langwierigen antibiotischen Behandlungen bei diesen Patienten mit unspezifischen Symptomen führten zu keinen Besserungen der Symptome im Vergleich zu Plazebo. Deshalb ist eine gründliche Untersuchung der Patienten erforderlich, um die typischen Symptome der Borreliose von anderen Störungen zu unterscheiden. Auch das Muster der Antikörper im Blut kann bei der Identifizierung von tatsächlich Erkrankten helfen.

Sprechen Sie uns an, wenn Sie Fragen zum Thema haben.

12.02.2016

Übertragungsrisiko unter HIV-Therapie

Nachfolgend finden Sie ein mit einem unserer Praxisärzte geführten Interview zum Thema Übertragungsrisiko unter medikamentöser HIV-Therapie: Es wird immer behauptet, Kondome zu ver …

Nachfolgend finden Sie ein mit einem unserer Praxisärzte geführten Interview zum Thema Übertragungsrisiko unter medikamentöser HIV-Therapie:

Es wird immer behauptet, Kondome zu verwenden sei ganz einfach. Dennoch hält sich deren Beliebtheit in Grenzen. Was können Sie als Schwerpunktarzt zum Thema berichten?

Aus medizinischer Sicht galt immer: bei Vorliegen einer HIV-Infektion ist die Kondomverwendung obligat, um den negativen Partner vor Ansteckung zu schützen. Viele Menschen wünschen sich aber, ihre Sexualität ohne Kondome leben zu können. Zum Beispiel wenn ein Paar einen Kinderwunsch hat und deshalb auf Kondome verzichtet. Häufig wird aber auch ein Verlangen nach barrierefreier, natürlicher Sexualität genannt. Viele Menschen berichten, dass sie eine größere Nähe zum Partner empfinden wenn keine künstlichen Materialien mit im Spiel sind. Es gibt aber auch Handhabungsschwierigkeiten mit Kondomen wie zum Beispiel Erektionsschwierigkeiten. Selbstverständlich sind solche Bedenken oder Wünsche ernst zu nehmen und zu respektieren.

Die Diskussionen zum Thema „Sex unter der Nachweisgrenze“ findet man aktuell überall im Netz. Wie steht es um die medizinischen Fakten dazu? Haben sich die Regeln für Safer Sex verändert?

In großer Übereinstimmung haben verschiedene Studien aus verschiedenen Teilen der Welt zeigen können, dass das Risiko der Weitergabe einer HIV-Infektion bei negativer Viruslast extrem niedrig ist. Extrem niedrig heißt, dass das Restrisiko fast nicht zu messen ist. In der großen PARTNER-Studie mit vielen Teilnehmern kam es beispielsweise zu keiner einzigen Übertragung. Die Schutzwirkung der Medikamente liegt damit mindestens gleichauf mit denen von Kondomen - und auf diese verlässt man sich ja meist auch.

Wie wird das Übertragungsrisiko durch die Medikamente reduziert?

Durch die Medikamente wird die Virusvermehrung so effektiv gehemmt, dass nach einiger Zeit keine Viren mehr im Blut vorhanden sind. Die Testsysteme zur Messung der HI-Viren im Blut haben eine Art Minimalempfindlichkeit, die sogenannte Nachweisgrenze. Deshalb bezeichnet man die Situation, in der keine Viren mehr zu finden sind, als „Viruslast unter der Nachweisgrenze“. Mit etwas zeitlicher Verzögerung sind dann auch die anderen potentiell ansteckenden Körperflüssigkeiten wie Vaginalsekret, Sperma oder Vorflüssigkeit frei oder nahezu frei von Virus. Und mit Verringerung der Virusmenge sinkt auch das Ansteckungsrisiko dramatisch. Die offizielle Empfehlung lautet, einen Zeitraum von 6 Monaten unter der Nachweisgrenze abzuwarten, bevor man sich auf die Wirkung der Medikamente im Hinblick auf Ansteckung verlässt. Und natürlich müssen die Medikamente regelmäßig eingenommen werden, um die Wirkung sicherzustellen.

Extrem sicher klingt gut – kann man das noch genauer beziffern?

Es ist schwierig ganz konkrete Zahlen zu nennen. Die Tatsache dass man in einer Studie keine Übertragungen feststellt heißt ja nicht automatisch, dass es keine Übertragungen geben kann. Ebenso wie bei Kondomverwendung gibt es auch mit der Viruslastmethode keine 100%ige Sicherheit. Ein Grund für verringerten Schutz sind beispielsweise Pausen bei der Medikamenteneinnahme, weil sich dann das Virus wieder vermehren kann. Auch bei Resistenzentwicklung gegen die Medikamente kann sich die Virusmenge im Blut erneut erhöhen. Aus diesem Grund werden alle 3 Monate Kontrollen der Viruslast beim HIV-Schwerpunktarzt empfohlen.

Was spricht also heute noch für eine Kondomverwendung?

Kondome bieten einen gewissen Schutz gegenüber anderen sexuell übertragbaren Erkrankungen, zum Beispiel der Syphilis, deren Häufigkeit in den Großstädten aktuell stark zunimmt. Aus medizinischer Sicht ist ein maximaler Schutz vor HIV-Übertragungen erstrebenswert, Kondome können dazu beitragen. Es ist zu wünschen, dass sich möglichst wenige Menschen neu mit HIV infizieren.

Welche Empfehlungen geben Sie Ihren Patienten zum Thema Safer Sex?

Eine absolute Sicherheit gibt es beim Thema Sexualität nicht – es sei denn man verzichtet ganz darauf. Und ob das eine gesunde Entscheidung wäre ist zweifelhaft. Dass es Restrisiken im Leben gibt gilt nicht nur für Sexualität, sondern genauso für den Straßenverkehr oder sportliche Aktivitäten. Die Entscheidung, welche Risiken man in welcher Situation in Kauf nimmt, kann nur jeder selbst treffen. Und je besser man über die zugrundeliegenden Fakten informiert ist, desto einfacher wird man entscheiden können.

Gerade für den HIV-negativen Menschen gilt: das Weglassen des Kondoms bei Sexualkontakt mit einem HIV-Patienten unter der Nachweisgrenze erfordert Vertrauen zum Partner und gegenseitige Aufklärung über den jeweiligen Status. Man sollte also miteinander über das Thema HIV sprechen und ein gemeinsames Vorgehen abstimmen, mit dem sich alle Beteiligten wohl fühlen.

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